25.02.2016 11:29

Abzinsung von Pensionsrückstellungen

der Bundestag hat am 18.02.2016 das Gesetz zur Wohnimmobilienkreditrichtlinie beschlossen. Hierin wird auch der Zeitraum zur Zinsberechnung für Altersvorsorgeverpflichtungen von 7 auf 10 Jahre verlängert. Entsprechend können Pensionsrückstellungen mit höheren Zinsen berechnet werden als sie sich aktuell aus den Abzinsungstabellen ergeben. Dies führt handelsrechtlich zu niedrigeren Pensionsrückstellungen. Steuerrechtlich ändert sich nichts, es bleibt gem.§ 6a EStG bei dem bisher geltenden Zinssatz von 6%. Die Regelung kann bereits für nach dem 01.01.2014 beginnende Geschäftsjahre angewendet werden.

Bislang waren „Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre abzuzinsen“ (§ 253 Abs. 2 Satz 1 HGB). Die Glättungsperiode von sieben Jahren galt für sämtliche Rückstellungsarten, also für Altersversorgungsverpflichtungen sowie für sonstige (längerfristige) Rückstellungen gleichermaßen.

Nach der Änderung von § 253 HGB ergibt sich der für die Abzinsung von Rückstellungen zu verwendende Durchschnittszinssatz im Falle von Rückstellungen für Altersversorgungsverpflichtungen aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren und im Falle sonstiger Rückstellungen wie bislang aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren (§ 253 Abs. 2 Satz 1 HGB).

Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Ansatz der Pensionsrückstellungen bei Abzinsung mit dem neuen durchschnittlichen Marktzinssatz von zehn Jahren und der bisherigen Regelung von sieben Jahren ist jetzt gem. § 253 Abs. 6 HGB zu ermitteln und im Anhang anzugeben-.Für diesen Betrag besteht zudem eine Ausschüttungssperre.

Die Übergangsregelungen des EGHGB  sehen eine verpflichtende Anwendung der neuen Bewertungsvorschriften für nach dem 31. 12. 2015 endende Geschäftsjahre vor (Art. 75 Abs. 6 EGHGB). Wahlweise ist auch eine Anwendung für nach dem 31. 12. 2014 beginnende und vor dem 1. 1. 2016 endende Geschäftsjahre gestattet, demnach also für ein zum 31. 12. 2015 endendes Geschäftsjahr (Art. 75 Abs. 7 EGHGB). Die Ausübung des Wahlrechts ist in diesen Fällen im Anhang zu erläutern.