29.09.2015 00:00

Das Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetz (BilRUG) trat am 23.07.2015 in Kraft.

Die Vorschriften des HGB i.d.F. des BilRUG sind grundsätzlich auf Abschlüsse für Geschäftsjahre, die nach dem 31.12.2015 beginnen, anzuwenden. Eine frühere Anwendung ist gegebenenfalls zulässig.

Eine freiwillige, vorzeitige Anwendung der §§ 267, 267a Abs. 1, 277 Abs. 1 sowie 293 HGB i.d.F. des BilRUG ist auf Abschlüsse für Geschäftsjahre, die nach dem 31.12.2013 beginnen, erlaubt, jedoch nur insgesamt. Die Inanspruchnahme der neuen Schwellenwerte erstmalig ab 2015 ist nicht eindeutig geklärt. Sie stellt sich dann, wenn der Jahresabschluss zum 31.12.2014 bereits vor dem Inkrafttreten des BilRUG

(vor dem 23.07.2015) festgestellt wurde und nicht geändert werden

soll. Es müsste auch eine isolierte vorzeitige Anwendung für Geschäftsjahre, die nach dem 31.12.2014 beginnen, möglich sein. Eine Gesetzesbegründung für diese Fallkonstellation fehlt allerdings.

 

Sollen die angehobenen Schwellenwerte für kleine und mittelgroße Unternehmen (§ 267 Abs. 1 HGB) in Anspruch genommen werden so sind die neuen Bilanzierungsregelungen entsprechend vollumfänglich vorzuziehen. Diese umfassen insbesondere den neuen  Umsatzerlösbegriff der sich zukünftig nicht mehr auf die für die gewöhnliche Geschäftstätigkeit typischen Erzeugnisse, Waren oder Dienstleistungen beschränkt sondern auch die außerhalb der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit verkauften Produkte und erbrachten Dienstleistungen umfasst. Dies bedeutet, dass sehr viele Erträge die bislang unter dem Posten  sonstige betriebliche Erträge ausgewiesen wurden jetzt in die Umsatzerlöse wandern (Provisionen, Lizenzen, Grundstückserträge, Mieterträge, Verwaltungskostenumlagen, andere Nebenerlöse etc.). Dadurch können sich teilweise auch Verschiebungen in der Bilanz (sonstige Vermögensgegenständen zu Forderungen aus L.u.L.) ergeben. Bei der erstmaligen Anwendung ist im Anhang auf die fehlende Vergleichbarkeit der Umsatzerlöse mit dem Betrag des vorhergehenden Geschäftsjahres hinzuweisen

BilRUG bringt auch ein neues Schema der Gewinn- und Verlustrechnung (§275 HGB). So entfallen die Posten außerordentliche Erträge, außerordentliche Aufwendungen und außerordentliches Ergebnis. Die Angaben wandern in den Anhang. Dort sind zukünftig die außerordentlichen und periodenfremdem Erträge und Aufwendungen zu erläutern. Die einschlägigen Kontenpläne werden entsprechend erweitert, damit diese Sachverhalten adäquat erfasst werden können. Die genannten Berichtspflichten gelten auch für kleine Gesellschaften. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit entfällt und wird ersetzt durch die Angabe des Ergebnis vor Steuern.

Daneben gibt es eine Reihe von Anhangsangaben die teilweise geändert werden und es kommen auch neue Anhangsangaben hinzu. Entscheidend wird sein, sich frühzeitig mit den entsprechenden Änderungen zu befassen um gegebenenfalls die notwendigen Vorbereitungen treffen zu können.

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