25.09.2010 09:15 Von:Reinald Huber

Erbschaftsteuerreform

Der Gesetzgeber hat Ende 2008 das Bewertungsrecht und das Erbschaftsteuerrecht grundlegend novelliert. U.a. besteht jetzt für Unternehmen die Möglichkeit, den Unternehmenswert nach dem vereinfachten Ertragswertverfahren gem. §§ 201 - 203 BewG zu ermitteln.

Der Gesetzgeber hat Ende 2008 das Bewertungsrecht und das Erbschaftsteuerrecht grundlegend novelliert. U.a. besteht jetzt für Unternehmen die Möglichkeit, den Unternehmenswert nach dem vereinfachten Ertragswertverfahren gem. §§ 201 - 203 BewG zu ermitteln. Der Unternehmenswert setzt sich zusammen aus dem Steuerbilanzgewinn verändert um Hinzurechnungen und Kürzungen (§ 202 Abs. 1 BewG) wobei der Durchschnittsertrag der letzten drei Jahre zu Grund zu legen ist (§ 201 BewG). Entscheidend ist die Ermittlung des Kalkulationszins, der sich aus dem Basiszinsatzes und einem Risikozuschlag von feststehend 4,5 Prozentpunkten ergibt. Da sich nach dieser Methode relativ niedrige Kalkulationszinssätze ergeben, geht das vereinfachte Ertragswertverfahren regelmäßig von deutlich zu hohen Multiplikatoren aus. Für 2009 wurde der Basiszins vom Finanzministerium mit 3,61 % ermittelt. Auf dieser Grundlage ergibt sich somit ein Kalkulationszins von 8,11% was einem Multiplikator von 12,33 entspricht. Solch hohe Multiplikatoren sind in der Unternehmensbewertungspraxis allerdings äußerst selten, so dass sich in den meisten Fällen anbietet, eine Unternehmensbewertung durchführen zu lassen, um der Erbschaftsteuerermittlung einen realistischen Unternehmenswert zu Grunde zu legen..
Dieses Vorgehen ist auch dann sinnvoll, wenn durch Anwendung der sogenannten Verschonungsregeln der §§ 13 a und 13 b ErbStG 85% bzw. 100 % des Betriebsvermögens steuerfrei bleiben, da in diesen Fällen ein Verstoß gegen die Bedingungen (Behaltensfrist und Lohnsummenerhalt) zum anteiligen Wegfall der Verschonungsabschläge führt.
Die BPGO bietet für diese Fälle mittelstandsgerechte Unternehmensbewertungen an, die entweder nach der Ertragswertmethode, Multiplikatormethoden, Comparable Company Approach (Unternehmensvergleich) oder Mischverfahren durchgeführt werden. Liegt der Multiplikator nach dem vereinfachten Ertragswertverfahren bei über 12 ergeben sich in der Praxis häufig Multiplikatoren zwischen 4 und 8. Es lohnt sich also in jedem Fall über die Durchführung einer professionellen Unternehmensbewertung nachzudenken.
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