Berufsstand

Unter Wirtschaftsprüfung versteht man die umfassende Prüfung, insbesondere im Rahmen der "Jahresabschlussprüfung", der Ordnungsmäßigkeit von Finanzdaten (formale und sachliche Korrektheit), die von "Unternehmen" in Erfüllung ihrer gesetzlichen Verpflichtung zur Rechnungslegung erstellt werden. Unter den Begriff fällt die Prüfung der "Buchhaltung" und des "Jahresabschluss", nicht aber, wie in der Öffentlichkeit vielfach vermutet wird, ein Urteil darüber, ob sich das Unternehmen in einer wirtschaftlich guten Lage befindet oder gar ein Urteil über die Qualität der Geschäftsführung.
Wirtschaftsprüfer üben einen "Freien Beruf" aus, dessen rechtlicher Rahmen durch eine Vielzahl gesetzlicher Vorschriften gebildet wird, insbesondere die "Wirtschaftsprüferordnung" und das "Handelsgesetzbuch". Daneben sind u.a. die Vorgaben der Berufssatzung und der Satzung für Qualitätskontrolle zu beachten. Hinzu kommen die Ergebnisse der Facharbeit, die vom "Institut der Wirtschaftsprüfer" in Deutschland e. V. (IDW) in Prüfungs- und Rechnungslegungsstandards zusammengefasst werden. Diese bilden die Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung ab, wobei diesen Grundsätzen insofern Quasi-Gesetzesrang zukommt, als der Berufsstand der Wirtschaftsprüfer der Ansicht ist, dass die Nichtanwendung der Standards ohne ausreichende Dokumentation eine Berufspflichtverletzung ist. Die Verletzung von Berufspflichten kann durch die "Wirtschaftsprüferkammer" im Rahmen der Berufsaufsicht sanktioniert werden.